CoVid 19! Eine Weinviertlerin im Ausnahmezustand!

17.03.2020

Als geborene Weinviertlerin verbringe ich schon mein ganzes Leben hier in diesem Paradies. Ja richtig diesem Paradies, das Weinviertel und seine Menschen sind mir lieb und teuer. Die Mentalität des Vertrauens, der Hilfsbereitschaft, der Bodenständigkeit, der Traditionen und des Brauchtums. Diese Menschen eingebettet in eine unbeschreiblich wundervolle und einzigartige Natur. Das ist für mich meine Heimat!

Seit einigen Tagen jedoch spüre ich rund um mich sehr viel Angst und regelrecht Panik, alles wankt und gerät aus den Fugen. Ich selbst muss mich dabei beobachten, wie ich teilweise ungläubig und regungslos verharre. Vieles läuft derzeit wie in einem Horrorfilm ab, in dem wir die Hauptdarsteller sind. Die ganze Welt ist ein einziges Projekt im Ausnahmezustand.

Ich öffne morgens die Terrassentüre und blicke über die Felder hinaus, was für ein wunderbarer Morgen es eigentlich ist. Die Sonne scheint und die Vögel zwitschern! Ich lausche interessiert weiter und nehme erstaunt wahr, dass nichts zu hören ist, kein Auto, kein Flugzeug....einfach nichts. Da ich in einem "wuzikleinen" Ort am Land wohne, erstaunt es mich schon sehr, wie leise und ruhig es hier noch sein kann.

Schon gestern Abend fiel mir auf, dass es keinen Berufsverkehr gab, keinen Grenzverkehr einfach nichts. Ab und an hört man einen Traktor oder sieht einen LKW, ganz vereinzelt ein Auto. Abends leuchteten die Sterne und es war nahezu kein Flugzeug am Himmel, auch tagsüber sah man viele Vögel jedoch nur ganz wenige Flugzeuge. In nur wenigen Tagen hat sich alles verändert. Kann es wirklich sein, dass es nicht nur negative Veränderungen sind?

Man liest davon, dass sich die Meere und die Luftqualität verbessert hätten. Die Natur atmet regelrecht auf. Aber auch die Menschen habe ich beobachtet, nach anfänglicher Panik und Orientierungslosigkeit lassen sie sich nun immer mehr auf die neue Situation ein. Ich beobachte Familien, die im Garten mit ihren Kindern spielen. Kinder, die es genießen die Eltern ganz nah bei sich zu haben. Die Familien rücken zusammen und die Herzen sind miteinander verbunden.

Auch habe ich das Gefühl, das der Glauben wieder näher ins Zentrum der Menschen rückt. Da wird abends ein Kerzerl angezündet oder ein wenig geräuchert und meditiert! Beim Spaziergang biegt man einmal mehr zum Friedhof ab, um seine liebsten Verstorbenen zu besuchen. Man nimmt sich Zeit, um zu fühlen und in sich zu gehen.

Überhaupt muss ich sagen, dass ich sehr stolz auf uns Österreicher bin, auf unsere derzeitige Regierung, auf die vielen Arbeitskräfte, die Unglaubliches vollbringen und die vielen freiwilligen Helfer. Wir können stolz auf unser Land sein und ich fühle mich behütet und beschützt.

Auch hier rund um mich, stampfen die Menschen viele Hilfsprogramme aus dem Boden, um die Menschen mit allem nötigen zu versorgen. Da gibt es das Projekt "Jung hilft Alt", "Wir musizieren gemeinsam" oder unseren Wirten der Menüs ausliefert uvm.... Es erfüllt mich mit Stolz ein Weinviertler zu sein.

Bei all dem Positiven das hier um mich gerade passiert und in ganz Österreich bin ich 100%ig davon überzeugt, dass wir diese Herausforderung wunderbar meistern werden. Es zeigt sich, was wir alles schaffen können, wenn wir zusammenhalten.

Ich wünsche euch allen viel Gesundheit und schicke viel Energie an all diejenigen die gerade gegen den Virus ankämpfen müssen. Haltet durch, ihr schafft Es!

Eure Michi - die HabichtHex