Das Schneeglöckchen und die Wintergöttin! 

16.02.2020

Ein kleines "Schmankerl" aus dem österreichischen Kinder-Kräutermärchenbuch - DIE KLEINE HABICHTHEX VOM BIRKENWALD! - © Autorin Michaela Sedivy

Als die kleine HabichtHex acht Jahre alt war, ereignete sich im Birkenwäldchen ein höchst zauberhafter Moment.

Die kleine Hexe spazierte mitten im Jänner, durch den wunderschönen, verschneiten und frostigen Wald. Sie holte tief Luft, denn sie war so frisch und rein.

Die Bäume knirschten im Wind und viele Vögel waren zu hören. Unter ihren Füßen raschelten die Blätter und oben am Himmel blinzelte die Sonne durch die Äste. Auch "Eduard", der kleine Habicht genoss die klare Winterluft und flatterte von Baum zu Baum. Die kleine Hexe spürte das pure Leben und die Kraft der Sonne, mit ihrer ganzen Seele.

Als sich die kleine HabichtHex umschaute, entdeckte sie eine winzig- kleine Elfe. Sie war dabei wunderschöne Blumen anzumalen, die aussahen wie kleine Glöckchen und in großen Familiengruppen sich der Sonne entgegenstreckten. Sie reckten sich und streckten sich, als sie aus der kalten Erde wuchsen.

Die Elfe lächelte die kleine Hexe an und kitzelte sie mit dem Pinsel, an der Nase. Die kleine Hexe kicherte und fragte die Elfe, was sie denn da mache und warum sie die Blumen bemale.

Sie hielt kurz inne und antwortete dann, mit einer kindlichen und zarten Stimme, dass sie die sanftmütigen Glöckchen mit der reinsten und hellsten Farbe bemale um sie zu ehren und zu schützen, darum bemale sie die Glöckchen mit der Farbe des Winters und des Schnees.

Die kleine Hexe war verwundert und fragte, vor wem denn die Blümchen Schutz bräuchten. Die kleine Elfe erzählte, ganz leise der kleinen HabichtHex, dass sie sich tarnen müssen vor der kalten und eisigen Wintergöttin. Die frostige Wintergöttin "Holla", die alles in Schnee und Eis verwandelt und über das Winterland herrscht.

Sie erzählte ihr weiters, wie wichtig die schneeweißen Glöckchen sind, für so unglaublich viele Insekten und besonders auch, für die Frühlingsgöttin "Ostara". Damit die Zuversicht, Hoffnung und die Freude auf den Frühling, in die Herzen der Menschen und der Naturwesen einziehen kann und sich somit auch die wärmenden Sonnenstrahlen über das ganze Land ausbreiten können.

Da sie weiß wie Schnee waren, bekamen sie den Namen Schneeglöckchen!


© Autorin Michaela Sedivy


Heilpflanzenwissen: Vorsicht giftig!

Derzeit wird in Richtung Alzheimer geforscht, da die Knollen einen gewissen Wirkstoff aufweisen, die anregend für die Gehirnaktivität sind. Auch bei Kinderlähmung dürfte sich das Schneeglöckchen als Heilmittel gezeigt haben. Von der eigene Anwendung ist jedoch streng abzuraten, da die Knollen nicht nur positive Stoffe enthalten, sondern auch Giftstoffe.


Mythologie/Brauchtum:

Ein alter, heute fast vergessener Brauch: am 2. Februar, dem Lichtmesstag, wurden Schneeglöckchen als Sinnbild der Reinheit und des nahenden Frühlings auf den Altar in der Kirche gestreut - daher wohl der Name "Lichtmess-Glöckchen".

Wenn man sich mit dem ersten Schneeglöckchen, das man im Frühjahr sieht, die Augen auswischt, dann wird man das ganze Jahr nicht krank bzw. wenn man krank ist, so wird man gesund - jedenfalls glaubte man das früher.

Die Slowaken gruben die Zwiebeln der Schneeglöckchen aus und gaben sie den Kühen, damit ihnen die Zauberinnen nicht die Milch wegnehme.

Wegen der weißen Blütenfarbe gelten Schneeglöckchen jedoch in England als Todesboten, deshalb stellen sich die Engländer keine Schneeglöckchensträuße ins Zimmer. In der Tat sind Schneeglöckchen nicht ganz so harmlos, wie sie aussehen.

(Quelle: www.zauber-pflanzen.de)